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Wie erstelle ich einen Pratikumsbericht?

Ein Praktikumsbericht dient nicht nur als Zusammenfassung über den erlebten Arbeitsalltag, welche meistens in einer Benotung endet. Für den Praktikanten wie für den Betrieb ergeben sich ebenfalls zahlreiche Vorteile, die es zu nutzen gilt. Damit das ideal funktioniert, geben wir Ihnen einen Leitfaden, wie Sie einen guten Praktikumsbericht erstellen.




Vorbereitung für den Praktikumsbericht

Eine der wichtigsten Informationen gleich vorne weg. Einen guten Praktikumsbericht zu schreiben fängt bereits im oder sogar vor dem Praktikum an. Grundsätzlich sollte mit dem prüfenden Dozenten genau geklärt werden, welche Erwartungen genau gestellt werden. Das gilt vor allem für Fragen der Form, wo an einzelnen Lehreinrichtungen sehr konkrete Anforderungen gestellt werden. Der Weg, wie das entsprechende Unternehmen als Praktikumsplatz gefunden wurde und warum dieses ausgewählt wurde, ist eine Information, die den Praktikumsbericht am Anfang gut aufmacht und sollte deswegen mit kurzen Stichpunkten als Erinnerungsstütze notiert werden.

Praktikumsbericht erstellen

Praktikumsbericht erstellen ©iStockphoto/AntonioGuillem

In einem kleinen Notizbuch, Tablet oder Smartphone können mit dem selben Ziel wichtige Informationen zu jedem einzelnen Praktikumstag geschrieben oder aufgesprochen werden. Jeden Abend sollten die Notizen durchgegangen und gegebenenfalls ergänzt oder weiterverarbeitet werden. Wer sich später Arbeit sparen möchte, schreibt daraus gleich Teile des späteren Textes. Damit die Arbeit nicht doppelt anfällt, sollte ein persönlicher Stil vorher festgelegt werden.

Die Form macht es

Bei einem Praktikumsbericht muss zwischen einer wissenschaftlich orientierten Arbeit an einer Hochschule und einem Text für die Schule unterschieden werden. Wie bei anderen wissenschaftlichen Werken ist die Gegenwartsform (Präsens) in der Hochschule üblich. Für die Schule ist es möglich, die Vergangenheitsform zu wählen.

Bei anderen Formvorgaben gibt es keine größeren Unterschiede. Als Schriftgröße eignen sich je nach Schriftart 11 oder 12, wobei Zwischenüberschriften und Überschriften größer sein dürfen und/oder per Fettschrift oder unterstrichen gekennzeichnet werden. Für eine klare Struktur emphielt es sich, diese zudem durchzunummerieren. Dabei sollte eine klare Struktur vorhanden sein. Die Seitenränder sollten etwa drei bis vier Zentimeter groß sein. Darüber hinaus sollte auf fette oder kursive Schrift weitgehend verzichtet werden. Sofern Zitate genutzt werden, ist kursiv zulässig. Diese sollten allerdings sehr sparsam eingesetzt werden.

Um eine gute Lesbarkeit zu garantieren sollte der Zeilenabstand bei 1,0 belassen werden, maximal auf 1,5 umgestellt werden. Das selbe Ziel gibt es bei der Schriftart. Es gibt zwar einige Schriften, die einen besonders schönen Eindruck vermitteln. Diese sind aber bei längeren Texten nur schwer zu lesen. Neben den Klassikern Times New Roman und Arial sind Helvetica oder Georgia zwei mögliche Kandidaten. Häufig werden Überschriften und Fließtext in zwei verschiedenen Typen geschrieben, was allerdings keine Pflicht ist. Alle Überschriften sollten aber in einer Art verfasst sein und im Fließtext darf nur an besonders hervorzuhebenden Teilen eine andere gewählt werden.

Grobe Orientierung im Praktikumsbericht

Zwar können Praktikumsberichte unterschiedlich aussehen, doch die Einteilung ist grundsätzlich bei allen gleich. Es besteht aus einem Deckblatt, einem Inhaltsverzeichnis, einer Einleitung, einem Hauptteil, einem Fazit, einem Literaturverzeichnis und einem Anhang. Die letzten beiden Punkte sind dabei nicht zwingend.

Das Deckblatt

Das Deckblatt kann je nach Praktikumsplatz mehr oder weniger kreativ gestaltet werden. Beispielsweise kann es auf farbigem Papier gedruckt sein, sofern dieses zum Unternehmen passt und die Lesbarkeit nicht gestört wird. Ein Bild oder eine Grafik bietet sich unter den selben Gesichtspunkten ebenfalls an. Insbesondere bei einem wissenschaftlich orientierten Praktikum ist ein schlichtes Deckblatt mit ein bis zwei Farben auf weißem Papier angemessener.

Keine Auswahl gibt es hingegen bei den anzugebenden Informationen. Dazu zählen eine passende Überschrift, also in der Regel „Praktikumsbericht“ oder „Praktikumsmappe“, dazu Angaben zur eigenen Person, zur Schule oder Hochschule, in dessen Rahmen das Praktikum absolviert wurde, zum Praktikumsunternehmen und dem Zeitraum. Angaben zum Fach oder Projekt, in dessem Rahmen das Praktikum statt fand, können ebenfalls erwähnt werden. Bei einigen Praktika ist dies vorgeschrieben.

Gute Übersicht dank Inhaltsverzeichnis

Ein Inhaltsverzeichnis sorgt für einen guten Überblick und ein besseres Auffinden einzelner Bereiche. Mit modernen Textverarbeitungsprogrammen ist das Einfügen sehr einfach, da es nur ein paar Klicks benötigt und jederzeit aktualisiert werden kann. Es muss dabei darauf geachtet werden, dass bei der Formatierung im Text selber immer die richtige Vorlage ausgewählt wurde, beispielsweise „Überschrift 1“ für jede Hauptüberschrift. Sonst passiert es, dass einzelne Punkte nicht angezeigt werden.

Optisch sind die Vorlagen in den Programmen sehr gut geeignet und müssen nicht abgeändert werden. Angezeigt werden sollten auf jeden Fall jede Überschrift und mindestens jeweils die erste Unterüberschrift. Ebenen unter der ersten Unterüberschrift sollten nur dann angezeigt werden, wenn sie sich zahlenmäßig im Rahmen halten. Der Titel der Überschrift inklusive Nummerierung sowie die Seitenzahl sollten erkennbar sein.

Die Motivation in der Einleitung erklären

Eine Einleitung soll den Leser motivieren, weiter zu lesen. Daneben werden hier aber bereits wichtige Informationen gegeben. Einerseits sind das rein formelle Informationen, also beispielsweise wo das Praktikum statt gefunden hat, den Rahmen und die Dauer. Zentral sind hier die Informationen, warum ausgerechnet dieses Unternehmen ausgewählt wurde und warum überhaupt ein Praktikum absolviert wurde.

Der Weg, wie genau die Stelle gefunden wurde, lässt sich ebenfalls abbilden und dabei sowohl positive wie auch negative Aspekte erwähnt werden. Lösungsmöglichkeiten dazu sollten allerdings erst im Fazit abgebildet werden, sodass in der Einleitung maximal ein Ausblick auf den Lösungsvorschlag gemacht werden sollte.

Dreiteiliger Hauptteil im Praktikumsbericht

Der Hauptteil ist der zentrale Punkt, wo es darum geht, was im Praktikum erlebt wurde. Es wird zunächst das Unternehmen porträtiert. Als mögliche Quellen bieten sich die Webseite des Unternehmens, Flyer, Broschüren und der dortige Praktikumsbetreuer oder Chef an. Vorsicht ist bei Unternehmensbewertungen im Internet geboten, da diese gegebenenfalls verfälschende oder veraltete Informationen bieten. Bei größeren Unternehmen gibt es häufig einen Eintrag bei Wikipedia und in einschlägiger Literatur. Wichtige Punkte, die dargelegt werden, sind einerseits schnelle Hard Facts wie Gründungsdatum, Rechtsform und Mitarbeiteranzahl, andererseits die Unternehmensgeschichte und dabei besondere Höhepunkte und schwierige Phasen sowie die Unternehmensziele vor allem in wirtschaftlicher, darüber hinaus aber auch moralischer und gesellschaftlicher Sicht. Dazu zählen zum Beispiel Verhaltensregeln und übernommene Schirmherrschaften und Sponsoring. Bei großen Unternehmen sollte zudem besonders auf den Standort, in dem das Praktikum statt fand, eingegangen werden. Vom Umfang her unterscheiden sich diese Darstellungen je nach Größe und Alter der Unternehmen.

Im zweiten Teil werden die übernommenen Aufgaben beschrieben und welcher Verantwortungsbereich dabei bestand. Dabei sollte es bei einem relativ kurzen Überblick bleiben. Bei relativ umfangreichen Aufgaben ist es hier möglich, nach einer kurzen Einleitung eine stichpunktartige Liste zu nutzen.

Um den Praktikumsalltag geht es im letzten Bereich des Hauptteils. Da dieser durchaus häufig ähnlich sein wird, reicht es aus, einen typischen Tag zu skizzieren. Besondere Ereignisse werden anschließend mit Angabe des Datums herausgestellt. Eine Bewertung der Tätigkeiten ist hier grundsätzlich zu unterlassen. Sofern nichts anderes vorgegeben, können Bilder, Skizzen und Grafiken in den Text eingebaut werden, um ihn optisch aufzulockern und nähere Details zu ermöglichen. Diese sollten immer die entsprechende Quelle, eine kurze Erklärung und sofern möglich das Datum beinhalten. Sollte es nicht erlaubt sein, gehören diese Abbildungen in den Anhang. In dem Fall ist ein Querverweis dort hin zu geben. DIe einzelnen Elemente sollten dabei für ein besseres Auffinden durchnummeriert sein und einen eindeutigen Namen haben.

Den Text mit einem Fazit schließen

Während bis hierhin der Praktikumsbericht ein relativ objektives Wiedergeben des Erlebten darstellt, geht es im Schlussteil darum, eine Wertung vorzunehmen. Diese kann dabei sowohl positive wie kritische Elemente enthalten. Wichtig ist, dass dabei sachlich vorgegangen wird und die Kritik potenziell geeignet ist, eine Verbesserung der Situation hervorzubringen. Es ist durchaus möglich, dabei eigene Verbesserungsvorschläge vorzubringen. Diese sollten dann allerdings klar als eigene Meinung und nicht als Nonplusultra gekennzeichnet werden.

Wiedergegeben wird in diesem Teil insbesondere, ob die Erwartungen an das Praktikum und das Unternehmen erfüllt wurden, wie die Betreuung erlebt wurde, welche positiven und negativen Erfahrungen besonders hervorstachen, welche neuen oder geänderten Eindrücke vom entsprechenden Beruf gemacht wurden und welche Auswirkungen das Erlebte auf einen Berufswunsch (Schüler) beziehungsweise Berufsauswahl (Studenten) hat. Eine kritische Selbsteinschätzung über die eigene Leistung, beispielsweise welche Arbeiten einfach und welche schwerer gefallen sind, sowie welche Lernerfolge sich dadurch einstellten, vervollständigt ein gelungenes Fazit.

Literaturverzeichnis und Anhang sind optional

Ein Literaturverzeichnung und ein Anhang sind nur dann notwendig, wenn es eben etwas gibt, was dort geschrieben werden kann. Wurde beispielsweise auf eine Information aus einem Buch zurück gegriffen, ist dieses insbesondere bei Studenten zwingend anzugehen. Der Aufbau entspricht dem anderer wissenschaftlicher Arbeiten. In alphabetischer Reihenfolge wird zunächst der Nachname genannt, dahinter jeweils mit Komma getrennt der erste Buchstabe des Vornamen mit einem Punkt, das Erscheinungsjahr in Klammern, der Titel in Kursivschrift, Ort der Herausgabe und Verlag.

Im Anhang kommen alle Bilder, Skizzen und Grafiken, wenn diese im Hauptteil selber nicht aufgenommen werden durften oder konnten. Die Reihenfolge entspricht dabei der Reihenfolge, wie sie im Text vorkommen. Weiterhin gehören eine Bescheinigung über das Praktikum, das Zeugnis des Unternehmens und gegebenenfalls Arbeitsproben hinein. Insbesondere bei Praktika im Rahmen eines Studiums ist es wichtig, hier zu erklären, dass der Bericht selbständig verfasst wurde.

Vier Augen sehen mehr: Praktikumsbericht korrektur lesen lassen

Nach dem Fertigstellen des Praktikumsbericht sollte dieser zunächst auf einfache Grammatik- und Rechtschreibfehler kontrolliert werden. Da Menschen beim schnellen Lesen dazu neigen, Wörter bereits mit den ersten Buchstaben zu identifizieren und den Rest praktisch nicht mehr wirklich lesen, kann es vorkommen, dass einige Fehler überlesen werden. Deshalb sollte jedes einzelne Wort sehr langsam gelesen werden. Zudem bieten sich verschiedene Online-Tools wie duden.de an, die mögliche Fehler anzeigen und häufig Korrekturvorschläge machen.

Als letzter Schritt vor der Abgabe des Praktikumsberichts bietet es sich an, eine dritte Person korrekturlesen zu lassen. Dabei sollten Aufwand und Nutzen natürlich in einem passenden Verhältnis stehen. Bei einem entscheidenden Praktikumsbericht für die Hochschule kann ein professionelles Lektorat sinnvoll sein, wenn das Geld dafür vorhanden ist. Für weniger bedeutende Praktika reicht oft ein Bekannter oder Freund, der sich gut mit Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik auskennt. Eine Alternative, die zwischen diesen beiden Möglichkeiten liegt, ist ein qualifizierter Student, der zu vergleichsweise günstigen Preisen arbeitet.

Wer den Praktikumsbericht lesen sollte

Ein Praktikumsbericht wird häufig für die Hochschule oder Schule erstellt. Hier erwartet natürlich der entsprechende Dozent den erstellten Text mit allen Anhängen. Andererseits ist ein Praktikum eine Möglichkeit, in ein interessantes Berufsfeld hinein zu schnuppern oder sich für eine Arbeit zu empfehlen. Ein entsprechender Bericht zeigt Interesse an der Tätigkeit und kann entscheidenden Einfluss auf einen Chef oder Personalverantwortlichen haben.

Wenn der Bericht nicht direkt für das Praktikumsunternehmen erstellt wird, ist es dennoch ratsam, diesen ebenfalls dem dortigen Ansprechpartner oder Chef zu zeigen. So wird ebenfalls ein guter Eindruck hinterlassen, was sich positiv auf eine spätere Bewerbung auswirken könnte. Zudem sind so Rückmeldungen mit wertvollen Tipps möglich, um das Geschriebene noch mal zu verbessern. Ist das der Fall, sollte ein finales Korrekturlesen natürlich danach erfolgen.

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